Die beiden waren schon lang zusammen. So lang, dass sie sich gar nicht mehr erinnern konnten seit wann, warum und vor allem wie sie es so auch noch zu einer gemeinsamen Hauskatze gebracht hatten.
Er war Krankenpfleger, sie arbeitslos. Während er sich endlich mal wieder ein bis 52 Wochen Urlaub wünschte, sehnte sie sich nach Abwechslung und etwas Gesellschaft. In der Zwischenzeit behalf Sie sich mit dem Erwerb und Konsum von bewusstseinsfördernden haluzinogenen Substanzen.
So auch an diesem schwülen Sommertag Ende Juli. Das Nähebedürfnis erfuhr durch die Hitze eine erhebliche Potenzierung und da der Kater sich in weiser Voraussicht in einen kühlen Hinterhof verzogen hatte blieb ihr nur noch der langjährige Lebenspartner, der bald von seiner Frühschicht zurückkehren sollte.
Dieser hatte, vulgärsprachlich ausgedrückt, einen echt beschissenen Tag gehabt. Gleich drei seiner Kolleginnen hatten vor kurzem, würden in absehbarer Zeit oder waren gerade dabei Kinder zu bekommen. Zudem hatte der neue Chefarzt, der nur gebrochenes Englisch und einen höchst spezifischen Schweizer Dialekt sprach hatte das gesamte Stationsteam zum semiverpflichtenden Fondueabend verdonnert.
Deswegen hielt sich seine Begeisterung in Grenzen, als ihm seine Freundin in nahezu vollendeter Nacktheit- nur ein winziger Stoffstreifen verdeckte allzu Empfindliches, die Tür öffnete.
Die gesamte Situation lässt sich, kurz gesagt, so zusammenfassen: Sie wollte, er wollte nicht.
Weil er nicht wollte, wollte sie umso mehr. Eines kam zum anderen, und vor allem kam es zu einer heftigen Rangelei. In deren Verlauf- keiner weiß wie es sich zugetragen hat, nahm die Holde das Idiom des liebevollen Auffressens wohl etwas zu ernst. In einem unachtsamen Moment seinerseits tauchte sie geschickt ab. Zu erwartendes Wohlgefallen wurde in kürzester Zeit durch Schmerzensschreie ersetzt. Blut muss auch geflossen sein, doch glücklicherweise umfing den Gepeinigten in diesem Moment gnädige Ohnmacht.
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