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Es ist wieder da

Es ist wieder da. Das Sommerloch. Kaum haben die Ferien begonnen sind alle ausgeflogen. Sogar die Bauarbeiter, die mir seit einem Jahr konsequent alle Facetten des Balkan-Pops und Deutschraps nahebringen sitzen jetzt bei Polka und Ćevapčići zuhause. Gestern kam die Ansichtskarte von Vladimir.
Und nun ja, das ist seltsam, denn plötzlich ist alles so still. Die letzten paar Monate war Prüfungszeit und ich hatte eigentlich immer etwas zu tun. Doch seit einer Woche habe ich auf einmal 24 stunden Freizeit am Tag und das hinterlässt langsam aber sicher seine Spuren. Ich beginne über Dinge nachzudenken, an die ich normalerweise nicht eine einzige meiner grauen Zellen verschwenden würde. Zum Beispiel, ob es auch lesbische Nice Guys gibt. Oder wie viel ich verdienen könnte, würde  ich meinen Bruder einem gut betuchten Schah als Sklaven verkaufen (42.500$ & ein halbes Kamel). Außerdem verbringe ich ungesund viel Zeit auf Twitter und versuche mich mit 23-Jährigen Typen anzufreunden deren Bauchmuskeln ich dann sehnsüchtig anstarre während ich im Bett liege, nichts tue und mich dafür verachte, nichts zu tun.

Dabei könnte man soviel sinnvolles mit seiner Zeit anstellen. Den Welthunger besiegen. Endlich dem Spinnenclan, der schon seit nem Jahr keine Miete mehr gezahlt hat und das ganze warme Wasser verbraucht den Mietvertrag kündigen. Masturbieren.
Doch stattdessen liege ich, um mich von meiner Umwelt abzuheben und meinen Blutdruck aufrechtzuerhalten, verkehrt herum auf meinem Lieblingsliegestuhl, esse Eis und spiele Animal Crossing.
Aber das ist auch ein Leben. Und dazu ist es ja schließlich da, das Sommerloch.

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